| Meine Hobby-Story
Angefangen hat alles mit
12, als mein Vater mir zu Weihnachten einen Elektrobaukasten schenkte.
Damit war es möglich einen Morseapparat zu bauen. So ein Ding, wo
ein Elektromagnet im Rhythmus der Morsezeichen ein Stück Metall mit
Bleistiftmine auf einen sich bewegenden Papierstreifen drückt. Lange
reichte mir das nicht. Ich hatte irgendwo etwas vom Funken und drahtloser
Telegrafie gehört, was das auch immer war, ich wollte es wissen. An
meiner Schule gab es eine AG " Funken" da musste ich hin. Das Problem war,
man musste Kopfhörer haben. Also Taschengeld sparen! Irgendwann hatte
ich Kopfhörer und zur Jahreswende 1963/1964 hatte ich alle Morsezeichen
im Kopf und übte zu hause mit einer selbstgebauten Taste, einer Klingel
ohne Glocke und einer Flachbatterie. Dabei konnte die ganze Familie üben,
die Lautstärke konnte nicht verringert werden. Im Frühjahr 1965
hatte ich genug geübt und auch etwas Theorie der drahtlosen Nachrichtenübertragung
und des Amateurfunks gelernt. Nach bestandener Prüfung an der Clubstation
DM4IH, in Eisleben, erhielt ich die SWL-Nr. DM 2900/H. Aus alten Radioteilen,
Sammler würden sich heute die Haare raufen, baute ich mit Hilfe von
om Otfried, DM4IH, einen 0-V-1. Als Antenne hatte ich ca. 15 m Draht über
den Hof. Am Tage war nicht viel zu hören, aber abends und nachts lauschte
ich den Funkamateuren auf 80 m zu. In Telegrafie, wie sonst. Am 1.September
1966 war's endlich soweit. Mein erstes QSO, mit DM3VGM, in Telegrafie,
wie sonst. Ich war Funkamateur und mein Call DM4UIH.
|

|

|
|
Die QSL-Karte für
mein erstes QSO
|
In dieser Zeit bezog ich
mein Wissen hauptsächlich aus zwei Büchern. Geschrieben von Martin
Selber, DM2APG. Diese Bücher waren wie Freunde für mich. In "
Mit Spule, Draht und Morsetaste" wurde sehr verständlich die Grundbegriffe
der Elektrotechnik und in "Mit Logbuch, Call und Funkstation" die Grundlagen
des Amateurfunks erklärt. So verging die Zeit. Ich beendete die Schule
und erlernte den Beruf eines Elektromonteurs, das Hobby half mir oftmals
Dinge zu verstehen, wo meine Klassenkameraden länger brauchten. Durch
das Hobby lernte ich auch meine spätere Frau kennen. Eva, heute DL8HUH.
Ohne ihre Toleranz und ihr Verständnis wären manche Dinge nicht
möglich gewesen. Ab 1969 funkte ich 18 Monate in "grau-grün".
Das brachte eine Menge an Erfahrung und Sicherheit in Telegrafie. 1971
übernahm ich die Clubstaion DM4IH als Chef-OP. Unzählige Aktivitäten,
wie Conteste, Antennenbau, portable Betrieb und die Ausbildung von Newcomern
liesen die Jahre vergehen. Im März 1977 wurde Eva, DM2YLH und ich
DM2AUH. Den Sender für die Privatstation baute ich zu grossen Teilen
am heimischen Wohnzimmertisch. Dort ist für alle Ewigkeit das Bohrmuster
eines Schaltkreises im DIL 14 Design zu sehen
|

|

|
|
meine homemade rig 1977
|
meine QSL-Karte von
1980-1990
|
Der Sender konnte 70 Watt
Input in Telegrafie und für Eva SSB. Mit diesem Kasten und einem EK4,
der Empfänger der FK50, schaffte ich im 80 m Band mit 30 m Draht als
Antenne, das WAC ( Verbindungen mit allen Kontinenten ). Kontakte mit VK2,
JA, ZL7, PY0, W, EA9 etc. waren die Höhepunkte. Ab 1979 begann ich
mich für QRQ Telegrafie zu interessieren. Ergebnis, Mitgliedschaft
im "High Speed Club-HSC" am 14. Mai 1982, Mitglied 1046. Um in den Club
aufgenommen zu werden, muss man Vorschläge zur Aufnahme von Mitgliedern
für Verbindungen von mindestens 30 Minuten im Morsetempo 25 WpM nachweisen.
Zur Jahreswende 1979/1980 Wechsel aller Rufzeichen von DM in Y2. Wir waren
Y21UH und Y28UH. An der Station wurde ständig erweitert und verbessert.
Besonders der Empfänger. Ein Neubau hatte nun magnetomechanische Filter
und moderne Halbleiter. 1983 wurde ich zum Referatsleiter Amateurfunk und
in die Prüfungskommission Amateurfunk im ehemaligen Bezirk Halle berufen.
Dort lernte ich eines meiner Vorbilder im Amateurfunk kennen. Gerhard,
DL1HQM (ex DM2AMH).
Im Frühjahr1989 wurde
ich Mitglied 272 im "Very High Speed Club-VHSC". Aufnahmebedingungen, vier
Vorschläge von Mitgliedern für Verbindungen 30 Minuten Tempo
40 WpM. 1989/1990 änderte sich eine Menge, die DDR wurde von der DXCC
Liste gestrichen und die OM erhielten DL- Calls. Von nun an gab es DL8HUH
und DL3HRG, Eva und ich. Anfang 1990 schrieb ich einige aktive CW Leute
an und lud sie nach Berlin ins Haus der Radioclubs der DDR ein. Dort gründeten
wir am 10.März 1990 den "Radio Telegraphy Club-RTC". Der Zufall wollte
es, der RTC war der erste eingetragene Verein am Amtsgericht Eisleben.
Von der Gründung bis zum August 2000 war ich Präsident des Clubs.
Der Club hat regen Zuspruch
bis 2010 weltweit 375 Mitglieder. Die Aktivität in Telegrafie erhöhte
sich merklich durch die Schaffung der Diplome CWD und CWAA. Zum CWD sind
Verbindungen mit Funkamateuren in unterschiedlichen Landkreisen erforderlich.
Es entstand der LDK, Grundlage das KFZ-Kennzeichen, z.B. ML-Mansfelder
Land; HAL-Halle; B-Berlin etc. Bis heute hat es sich auch bis in den hintersten
Winkel von DL herum gesprochen, was ein LDK ist. Zum Telegrafiewochenende
im Mai 1999 auf der Fuchskaute im Westerwald beschlossen die Präsidenten
der Telegrafie-Clubs AGCW, HSC und RTC. Felix, DL5XL; Hans, DK5JI und Ron,
DL5CL jährlich am 3.Oktober den " Deutschen Telegrafie Contest" gemeinsam,
als Veranstaltung der drei Clubs durchzuführen. Die Zahl der Teilnehmer
steigt von Jahr zu Jahr. 1991 tauschte ich meine liebgewordene Eigenbaustation
in einen Transceiver (Sender u. Empfänger) vom Typ IC 735 "made in
Japan" ein. Die Aktivität, vorallem auf den DX-Bändern stieg
enorm. Man brauchte nicht mehr löten, sägen, bauen und basteln,
sondern kann nur noch funken. Die Zahl der erreichten Länder wuchs
schnell. Heute sind es 286, alle in Telegrafie, wie sonst. Im September
1995 tauschte ich mein DL3HRG, in ein für Telegrafie günstigeres
"two letter Call". Das bereitete schlaflose Nächte. Wer die Wahl hat,
hat auch die Qual. Schliesslich entschied ich mich für DL5CL. Im Jahr
2001 legte ich mir einen QRP-TCVR zu, den FT817.
Mit 1 Watt Output erreichte
ich 104 DXCC Gebiete und nahm erfolgreich an diversen Contesten teil.
|