AMATEUR RADIO TELEGRAPHY STATION


September 2000

Über meine Antenne

Schon die " Altvorderen" wussten,  eine Antenne ist der beste HF-Verstärker. Also, was sagen uns diese Worte? Ganz einfach, möglichst hoch, möglichst frei und nicht zu kurz, sollte eine Antenne sein. In erster Linie ist hier die Rede von Drahtantennen.  Oft ist zu hören: "Ich kann nicht Funken, ich kann keine Antenne aufbauen." In den seltensten Fällen, ist es wirklich so. Wo ein Wille ist, ist auch eine Antenne. Ein paar Meter Draht, als endgespeiste Lösung  in die Luft zu bringen,  ist fast immer möglich. Diese sollten möglichst nicht kürzer als Lambdaviertel sein. Eine Länge von 22 - 40 m eignet sich als Allbandvariante sehr gut. Die Impedanz ist je nach Band mit einer induktiven bzw. kapazitiven Komponente belegt. Die sich mit Hilfe eines Tuners aber leicht wegstimmen läßt, so das eine Anpassung von SWR 1 erreicht werden kann und der Sender maximale  Leistung abgibt. Als Abspannpunkt eignen sich Bäume, Strassenlaternen, Zäune etc. Zur Abspannung ist Angelschnur  von 0,6 -  0,8 mm zu verwenden. Sie ist ausreichend fest und schwer sichtbar. Die Antenne selbst fertigt man aus Cu - Lackdraht von  0,6 - 0,8 mm Durchmesser. Entsprechende Schaltlitze mit PVC - Isolation kann man ebenfalls verwenden.  Als Isolatoren benutzt man kleine Plast - Stücken ca. 5 mm breit und 40 mm lang mit je zwei Bohrungen 8 mm von den Enden. Um diese Antenne zu entdecken, muß man schon sehr genau hinsehen. Aber wer läuft schon mit  Blick noch oben durch die Welt, außer Funkamateure.  Ein Hauptaugenmerk  muss auf das Gegengewicht gelegt werden, wird oft vergessen.  Es trägt wesentlichen Anteil  am  Wirkungsgrad der Antenne. Je niedriger der Fußpunktwiderstand der Antenne, je besser muß das Gegengewicht sein !  Das Heizungssystem, die Wasserleitung, der Fundamenterder sind einzeln und zusammen sehr gut geeignet. Auf den Boden ausgelegte Drähte, Lambdaviertel für jedes Band, eignen sich auch. Ein gutes Gegengewicht soll möglichst induktivitätsarm sein. 

Eine gute Starkstromerde muß keine gute HF-Erde sein !

Mit solch einem Aufbau habe ich auf 80 m und ca. 40 Watt output das WAC erreicht.
 


Abb. 1

In Abb. 1 ist der Aufbau einer endgespeisten Antenne mit ATU als Hochpass dargestellt. Da man bei modernen TCVR's die Selektion der Nebenwellen vernachlässigen kann, wurde diese Schaltung gewählt. Sie hat den Vorteil der Ableitung statischer Aufladungen. Galvanische Verbindung der Antenne nach Masse über die Spule L1. Der Drehko C1 muß in diesem Fall isoliert aufgebaut werden.

Zum Abstimmen meiner Langdraht benutze ich seit einigen Jahren, den SGC 239 Smartuner. Der Grund für diese Anschaffung ist rein bequemer Natur und hat keinen technischen Hintergrund. Mit dem Eigenbautuner mußte ich bei Bandwechsel meinen gemütlichen "operator chair" verlassen und quer durch die Wohnung laufen um die Einstellung zu ändern. Diese "große körperliche Anstrengung"  ;-) wird jetzt durch Tastendruck erledigt. Der Tuner befindet sich am Balkongitter, wettergeschützt in einer Kühlschrankdose montiert auf einer Pertinaxplatte . 


August 2015

Alles ist im Wandel, und so auch meine Möglickeit zum Aufbau der Antenne. Bei einem der letzten Unwetter (July 2015) zeriss mir der Wind den Antennendraht. Beim Errichten, der bis dato benutzten Antenne, waren die Bäume sehr klein. Nun nach ca. 35 Jahren sind es stattliche Exemplare von ca.15m Höhe. Das  veranlasste mich die Antennenlänge auf 26m zu verringern. In Anlehnung an W3EDP
Als Gegengewicht benutze ich das Balkongitter, es erstreckt sich über 5 Etagen und endet in einem Betonfundament, also fast ein idealer Zustand.

Wunderantennen sind immer noch nicht erfunden, obwohl  einge OM  glauben ihnen ist das gelungen ! 

Auch eine W3EDP Antenne ist keine solche, aber sie bietet duch ihre Abmessung eine gute und verlustfreie Anpassung und somit  gute Abstrahlung der erzeugten HF-Energie.
DX geht wie zuvor. Was QSO mit W, VE, VK, 9M2, JA, UA0 und mehr, mit guten Rapporten zeigen. Die entscheidenten Kriterien einer Antenne sind erfüllt, nicht zu kurz ( länger lambda / 4 ) frei und so hoch wie möglich gespannt. Man beachte, es strahlt immer nur der Strom in einer Antenne. Ist der Strombauch hoch und frei, ist die Kuh vom Eis. ;-)
Selbst mit einer Behelfsantenne von 19,50m, schräg 
vom Balkon in einem Baum  gespannt, wurden eine Anzahl von DX erreicht, was sicher dem großen vertikalen Anteil zu schulden ist.



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